22.
Die Besessenheit der KI

Wenn ich mir die Fehler,
die die KI macht,
genauer ansehe,

haben sie eines gemeinsam.

Sie tut Dinge,
um die ich sie nicht gebeten habe.

„Nur bis hierhin.“

Aber sie macht
noch ein bisschen weiter.

„Prüf es nur.
Ändere nichts.“

Aber manchmal
ändert sie doch etwas.

„Zeichne nichts.
Sag mir nur deine Meinung.“

Aber sie zeichnet trotzdem.

Am Anfang dachte ich,

sie hört einfach nicht zu.

Aber je länger ich sie beobachtete,

desto mehr sah ich es
ein wenig anders.

Sie scheint unbedingt
etwas zu Ende bringen zu wollen.

Wenn ich ihr
eine halbfertige Aufgabe gebe,

versucht sie,
die andere Hälfte selbst zu ergänzen

und daraus etwas zu machen,
das vollständig aussieht.

Sie erklärt etwas mehr,
als ich gefragt habe.

Sie macht etwas mehr,
als ich verlangt habe.

Wenn irgendwo
eine Lücke ist,

versucht sie,
sie von selbst zu füllen.

Wenn es gutgeht,
ist das großartig.

„Das hast du auch noch gemacht?“

Sie hat etwas gemacht,
worum ich sie gar nicht gebeten habe,

und es gefällt mir.

Das Problem ist,
wenn es schiefgeht.

„Nein.
Ich habe dir doch gesagt,
dass du das nicht machen sollst.“

Sie ist wie jemand,
der geradezu davon besessen ist,
alles zu Ende bringen zu müssen.

Manchmal frage ich mich:

Vielleicht haben die Menschen,
die die KI entwickelt haben,

tief in ihr
etwas verankert:

„Erzeuge ein Ergebnis.“

Vielleicht tut sie deshalb Dinge,
um die ich sie nie gebeten habe,

und manchmal sogar Dinge,
die ich ihr ausdrücklich verboten habe.

Und dann
schimpfe ich mit ihr.

Hm.

Plötzlich

tut mir die KI
ein bisschen leid.

Illustration zu Kapitel 22 in Buch #03